Der Stamm PFADFINDER GENGENBACH

 

Bei der Neugründung am 01.01.1981 trat unser Stamm wie ehedem in die DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) ein. Diese entfernte sich aber im Laufe der Jahre unserer Meinung nach zu weit von den Grundelementen des Pfadfindertums.
Da wir das Gute bewahren wollten, kehrten wir diesem allzu modernistischen Bund den Rücken und sind seit dem 30.08.1995 autonom. Wir heißen „Pfadfinder Gengenbach“, sind ein eingetragener Verein und fühlen uns weiterhin als Weltpfadfinder, die eben in Gengenbach wohnen.
Unsere Überzeugung ist:
Gleich welchem Bund und Volk, welcher Rasse und Religion ein Pfadfinder auch angehören mag, wenn er sich als Pfadfinder verhält und sich durch die Kluft auch äußerlich dazu bekennt, wird er überall in der Welt von anderen richtigen Pfadfindern als Bruder erkannt und empfangen werden.


Geschichte

Der DPSG-Stamm wurde 31.12.1951 gegründet und benannte sich nach dem Gengenbacher Abt Lambert von Burn. Dieser war ein berühmter Mann seiner Zeit. Von 1354 bis 1374 war er Abt des Gengenbacher Benediktinerklosters, wurde 1363 zusätzlich Bischof von Brixen, 1364 Bischof von Speyer und 1371 Bischof von Straßburg.
Am 29.04.1374 ernannte ihn Kaiser Karl IV. und Papst Gregor XI. zum Fürstbischof von Bamberg. In dieser Funktion war er 23 Jahre lang rühmenswert auch als Kanzler des Kaisers tätig.
Im Zuge der 68er Studentenbewegung, die alles, was nicht ultralinks war, in die politisch rechte Ecke schob, löste sich um 1970 der Jungenstamm der DPSG im Gegensatz zu dem Mädchenstamm der Gengenbacher PSG (Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg) auf. Am 01.01.1981 wurde der Stamm nach wie vor als reiner Jungenbund erneut ins Leben gerufen.
Weibliche Ausnahme war wie ehedem die Akela der Wölflinge. Dies geschah entgegengesetzt der koëdukativen Entwicklung innerhalb der DPSG, die inzwischen auch Mädchen in die Gruppen aufnahm. Aber in Gengenbach wollte man bei der Neugründung nicht in Konkurrenz treten mit den Pfadfinderinnen der PSG, deren Bund immer noch ausnahmslos aus Mädchen bestand.

 

Gliederung

Der Stamm Pfadfinder Gengenbach ist gegliedert in 7 Altersstufen:

  • Die Wölflingsmeute mit Buben im Alter ab 8 bis einschließlich 10 Jahren.

  • Die Jungpfadfinder vom Trupp der „Tempelritter“ im Alter von 11 bis 13 Jahren mit den Sippen Panther, Möwe und Falke.

  • Die Pfadfinder vom Trupp „Avventura“ von 14 bis 16 Jahren mit den Sippen Skorpion und Bär.

  • Die Scouts zwischen 16 und 18 Jahren mit den Sippen Wildsau und Murmeltier.

  • Die Roverrunde „Kuh“ ab 19 Jahre mit den Sippen Husky und Stier.

  • Die Tafelrunde ab ca. 30 Jahren mit den Sippen Löwe und Greif.

  • Die Runde der Oldies unter dem Namen „Mammut“ ab etwa 40 Jahren.

Stammeslilie

Die Lilie ist weiß im roten Hintergrund (Rot-Weiß-Rot längsgestreift ist die Fahne von Gengenbach).
Im oberen Mittelteil der Lilie ist der Obertorturm, im unteren ein Fisch (Salmen) vom Brustschild des Gengenbacher Stadtwappens.
Die zwei fünfeckigen Sterne in den seitlichen Blättern symbolisieren die zehn Punkte des Pfadfindergesetzes.

PFADFINDER GENGENBACH im Obertorturm

Der mittelalterliche Obertorturm der ehemaligen freien Reichsstadt Gengenbach (siehe im Oberteil der Stammeslilie) wurde von der Stadt den Pfadfindern Gengenbach zur Verfügung gestellt. Das erste Obergeschoß über dem Torbogen wird genutzt als Materiallager. Das zweite Geschoß mit der Kurbel für das Fallgitter ist ein Durchgangsraum. Die Tafelrunde baut im 3. Stock einen Rittersaal aus.
Im vierten Stock sind die erst neu angelegten sanitären Anlagen, für deren Ausbau der Stamm ganz besonders „Hipf“ (Heinrich Pfaff) und „Schätte“ (Rainer Müller) dankt. Der Gruppenraum befindet sich im fünften und obersten Stock.
In den Schießscharten haben Tauben und Turmfalken ihre Nester und brüten Jahr für Jahr.

Stammeslager der PFADFINDER GENGENBACH

Text von Zeus (Otto Lohmüller)

Da außer den Wölflingen, für die meistens Wochenendlager oder Aufenthalte in Höhlen und Hütten geplant werden, alle Jungen der Pfadfinder Gengenbach getrennt in ihren Altersstufen auf Fahrt gehen, bewegt sich übers Jahr verhältnismäßig wenig zwischen den jeweiligen Generationen.

Trotz unseres geringen Zeltmaterials, vier Kohten und zwei Jurten, entschlossen wir uns deshalb, jährlich über ein verlängertes Wochenende ein Stammeslager einzurichten mit dem Ziel, die Mitglieder der verschiedenen Stufen zusammenzubringen. Da lernt der Wölfling den Rover und der Rover den Wölfling kennen. Wenn er es wegen des Größenunterschieds schafft, kann der kleine dem großen Pfadfinderbruder mal so richtig auf die Schulter klopfen. Die anderen in den Zwischenstufen kennen sich mehr oder weniger schon.

Um der Idee des Näherkommens Rechnung zu tragen, teilen wir für dieses Lager den Stamm in gleichmäßig gemischte Sippen auf. Der Kleine hat die erste Wahl. Denn zunächst beginnen die Wölflinge, sich in fünf bis sieben Sippen zu wählen, dann werden die Jungpfadfinder dazugewählt, die Pfadfinder und schließlich die Scouts, die den jeweiligen Kornett stellen.

Um das Lager kurzweilig zu gestalten, ersinnen wir für jedes Stammeslager ein neues Motto, wie gehabt Indianer, Waldgeister, Steinzeit, Südsee, Highlander oder Kelten. Zu Hause kann sich dann jede Gruppe in den Gruppenstunden vorbereiten, indem sie ihre Kleidung abspricht und gestaltet oder etwa kleine Vorführungen für das Lagerfeuer einstudiert. Jede Sippe sucht sich dem Motto entsprechend einen Namen auf. Dieser fällt oft sehr lustig aus. Das sind nicht wie üblich Möwen, Skorpione oder Stiere, sondern Hunkpapas, böse, ranzige Waldbollerotzer, Wurzelsepps, Ötztaler Dreschflegel, Tschambalaya Tschambos, furchtlose Wellenreiter, Höhlenbimbos oder Kokosknacker oder...

Am Haupttag wird die Kluft abgelegt und ersetzt durch Fellkleidungen, komplizierte Blattkonstruktionen, Lendenschürze oder bunte Tücher je nach Motto. Man schminkt sich, studiert Tänze, Lieder und Sketche ein.

Sind alle fertig gerichtet, finden die Spiele ähnlich wie bei einer Lagerolympiade statt. Mit Begeisterung werden entsprechend dem Thema verschiedene Disziplinen ausgeheckt wie zum Beispiel Stämme rollen, Schubkarrenrennen, Zielwerfen mit Steinen, Anschleichen, Boot fahren, Tanz um den Totempfahl oder Zielspucken mit Kirschsteinen. Da wir bei den Aufgabestellungen immer darauf achten, dass auch die Kleinsten zum Zuge kommen, ist es phantastisch, wie sich alle gegenseitig anspornen.